09. Juli 2019

HÔAMAT || 8

1898 is da Urgroßvôta geboren. Im ersten Weltkrieg is er einzogn wôan, hot gedient, mit wâhrscheinlich grôd amôi 18 Jôa. Im Kâsten mit sein oidn Zeug liegt sei „Kriegs-Taschen-Kalender“ 1917-1918. Auf de ersten Seitn sând kloâne, skizzierte Lândkârten, vôn „Die 16 Bereiche Österreich-Ungarns“ über „Rumänien und Bulgarien“ bis hîn zu „Galizien“. Österreich-Ungarn schâut fâst befremdlich aus, sâmma doch an unsere typischen Umrisse vom Lând gwohnt. 
De Seiten 29 bis 41 sind vôll mit de bisherigen Kriegsereignisse, gonz am Ânfang steht: „28. Juni: Attentat von Serajevo“. Danâch a Büdl von Karl I., dem letztn Kaiser von Österreich. Nu weitâ hintn werd de Marschgeschwindigkeit beschrieben, „Infantrie auf gebahnten Wegen 100 Schritt in einer Minute, Kavallerie und Artillerie doppelt so schnell wie Infanterie“, danâch Wirkung vôn de Geschosse mit Skizzen, Skizzen von Kriegsauszeichnungen und Tâpferkeitsmedaillien. 
Auf de freien Blâttl hot da Uropa gschriem, oâ Überschrift is „Das Maschinen Gewehr“. Dôs is des einzige des lesbâr is, so ôid is de Schrift. Er hôt fü gschrieben, da Uropa, ausschaun duads wie Gedichte, Gschichtn odâ Liadl. Gonz hintn, aufn Pappndeckl, hot a sei Unterschrift probiert, 19 Jôa woara do, und so sche gschriebn hôta.
Da II. Weltkrieg is an Uropa dâspoat bliebn, „60 % Invalid“ hâmms 1939 auf sein Ausweis gschriem. Ângschossn hommsn, im ersten Weltkrieg. „Sie sind beim Wehrmeldeamt nicht mehr meldepflichtig“ sând de Worte, de gschriem woân, und woâscheinlich woâns de Worte, de an Urgroßvôta vor dem großn Leid als Soldat in an weiteren Kriâg bewahrt homm.

22. August 2018

HÔAMAT || 7

Es kemman Zeiten, do muss ma einander festhoitn. Ganz ganz fest, so fest, dass ma sie gegenseitig ned auskummt. So dass ma Mut zum weitermochn fasst und die Kroft hot ned aufzugeben. Ned olles stehn und liegen losst, und sie ned frogt „wofür des ois?“ 
>> Steh auf! Moch weiter! Geh vorwärts! << hoasts, oba ois wosd mechst is bleiben, bleiben an Ort und Stelle und sein, oafoch des sein wos du bist. Für die alloa sei, für oan Moment nur Du sei. Bis di wer obholt, der di nimmt, gonz gonz fest, sodasst erm ned auskummst, und der da sogt: „Sei bei mir, und ois werd besser.“ Und du woast: Jo, es werd ois besser.

12. April 2018

HÔAMAT || 6

Dês woa friara wôs gônz ondas, des Beinând sein. Mâ hât auf engstem Raum mitânand gessn, gschlofn, hôagascht, kaschtlt, musiziert, oâfoch glebt. Es hôt fôst ned „deis und meis“ gebn, es wôa ois „des unsrige“, ois is teilt und weitergebn woân, vom Gwând übers Essn bis zum Bett. 
Ôba ôndas wâ des goâned gonga. Jeder hôt ônpockn miassn, es hôt an oân Strang zogn ghört, weil nur mitânand hât ma de Hürden vo dômois meistern kinna. „Miâ hômms hoid ned ôndas kennt“ sôgt da Opa heid nu, wenn i erm frôg wie des dômois wôa. „Ôba hôat woas scho, de Zeit“

17. Dezember 2017

HÔAMAT || 5

Da Lieblingsplôtz von da Oma wôa imma an unsan Tisch in dâ Kuchl. Beim Betrieb im Summa hôt sie dô für de Gäst de Schnitzal paniert, an Schnittlauch aus ihrn Gôatn gschnitten oda mit de Nôchbarn an netten Schâtz khobt. Direkt über ihrn Plôtz is das Kruzifix (Kreuz) mitn Himmelvôta ghängt. Es hôd direkt ausgschaut, als dad der auf sie obischaun und aufpassn, dass ihr nix passiert.
Unsa Oma sitzt oba leider scho long nimma do. Noch lônge und ôrbeitsreiche 80 Joah hôt „ihr Himmelvôta“ sie zu sich ghoit
(Bild im Freilichtmuseum Großgmain)

13. Dezember 2017

HÔAMAT || 4

„Dê Winta früher wôan ôlles ondere als leicht, bsonders in Zeiten von de Weltkriege, wo Hunger und Lebensmittelknôppheit gherrscht hôm. Durch Môngelernährung wôa ma ohnehin körperlich stôak geschwächt. Mâ hôt sich müssen irgendwie durchschlôgn. Gonz bsônders hôt ôba ah de beißende Kälte de Menschen zu schôffen gmocht. Ôba grod in solche Zeiten wôa der Glaube ôane der stärksten Kräfte, de fü hoffen lôssen hôt, hoffen auf mehr Lebensmittel, auf Gsundheit, und auf des End vom bitterlichen Kriag“ 

  1. Dezember 2017

HÔAMAT || 3

(Auszug aus dem Brief des Soldaten Franz Lohfeyer an seine Eltern)

Rußland, 20.7.1941
Liebe Eltern! 
Komme nun endlich nach langer Zeit wieder einmal dazu euch ein paar Zeilen zu schreiben. Hoffentlich habt ihr Euch keine Sorgen deßwegen gemacht.
Mir geht es gut u. ich bin gesund. Wir haben jetzt einige schwere Tage hinter uns. Auch hatten wir ein paar Gefechte, wo es heiß herging. Aber ich bin noch immer gut davongekommen.
Über Rußland könnte man vieles schreiben. Jedenfalls hab ich es mir anders vorgestellt. Die Straßen, alles Dreck oder voller Staub. Man sieht seine eigene Hand nicht mehr. Die Gegend, für einen der im Gebirge aufgewachsen ist, dem gefällt sie bestimmt nicht. Endlose Flächen, Steppen, Wälder. Nun meine Erlebnisse werde ich Euch dann später einmal erzählen, wenn ich im Urlaub bin, denn wenn es mit dem Russen vorbei ist gibt es bestimmt Urlaub, den haben wir uns dann bestimmt alle redlich verdient.
Nun will ich Schluss machen, für heute grüßt Euch herzlich
Franz

29. November 2017

HÔAMAT || 2

„Dôs erste Auto am Obermeirberg herôbn woâ a alter Mercedes, etwa in de 50er Jôah. Den hôt ma nu mitn Ross ânziagn müssen, weil der sunsd ned ôngsprungen is. Bis 1973 wôa der einzige Weg rauf aufn Mayerberg a schmôles Steigl durch de Klômm, dôs ma mitn Auto passieren musst. Dôs wôa auf jeden Fôi a heikle Ôngelegenheit. Erst 1984 ist de asphaltierte Strôßn inklusive Tunnel fertig gstellt woan. 
Ab 1969 is da Tati (Vater) mit unsern alten orangen VW-Bus als Schülerbusfahrer tätig gwesn. 13 Jahre lang hôt er jeden Tôg de Kinder aus da Schui ghôlt und se sicher heim brâcht. Heit a Sache dês selbstverständlichen, aber dômois nu a echte Bsonderheit!“

29. November 2017

HÔAMAT ||

„Weil Hoamat ebbas is, dôs i im Herzen trog, und ned im Kopf“

Unter diesem Motto steht mein Herzensprojekt, dass 2017 ins Leben gerufen wurde. Eine Fotoausstellung machte es unserer kleinen Fotogruppe zur Aufgabe, Bilder für eine Fotoausstellung rauszusuchen und diese zu präsentieren.
Ich habe mir lange den Kopf zerbrochen was ich bei der Ausstellung überhaupt zeigen möchte, bis ich mich für ein Thema entscheiden habe, das besonders am Herzen liegt – HÔAMAT.
Ich hatte immer Angst den Begriff „Heimat“ unter meinen Bildern zu benutzen, weil viele ihn anders interpretieren als ich. Heimat ist in meinen Augen schon fast ein politischer Begriff geworden, der Menschen gegeneinander aufhetzen soll. Für mich ist Heimat aber nicht einfach ein Ort, den ich schützen muss – es sind die Menschen, die mir das Gefühl von Geborgenheit geben. Es sind Momente, die mich mit Liebe erfüllen.
Heimat ist etwas, dass ich im Herzen trage, und nicht im Kopf.
People, be kind to each other! Hate is such an ugly thing.

Menü schließen